|
EDITH WAHLANDT GALERIE Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler ewm@edith-wahlandt-galerie.de |
|
MALEREI - VIER POSITIONEN http://www.edith-wahlandt-galerie.de |
| Erschienen am: 04.03.2011 |
| ART COLOGNE 45. Internationaler Kunstmarkt 13. bis 17. April 2011 |
| Kölnmesse, Halle 11.2, Stand B 3, Telefon 0221-2844007 |
| Günter Fruhtrunk (1923-1982) Die edith wahlandt galerie, Stuttgart zeigt anlässlich der ART COLOGNE 2011 als Schwerpunkt einen repräsentativen Überblick über das malerische Oeuvre von Günter Fruhtrunk, der 1982 im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Die Präsentation umfasst eine Auswahl an herausragenden Werken aus vier Jahrzehnten. Fruhtrunk gehörte in der Nachkriegszeit zu den ersten deutschen Malern, die den Anschluss an die internationale konstruktive Kunst fanden. Ausgehend von diesen frühen Anregungen entwickelte er eine eigenständige, streng geometrische Formensprache, die von einer spezifischen Dynamik, von Rhythmus und Spannung im Bildfeld gekennzeichnet ist. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der geometrisch-konstruktiven Kunst in Deutschland, wobei sein Werk auch international zunehmend Beachtung findet. Fruhtrunks Frühwerk charakterisiert ein dynamischer Geometrismus aus rechteckigen und kreisförmigen Elementen, die eine virtuelle Bewegung im Bild bewirken, so in dem Gemälde o.T (NICHT ÜBERLAGERNDE ELEMENTE) aus dem Jahr 1955, 60.000 €. Um 1960 treten Konfigurationen aus Kreisen und Rechtecken zurück zugunsten einer rhythmisierten Bildstruktur aus parallel gesetzten Stäben und Balken, vertikal, horizontal oder diagonal verlaufend, zum Beispiel VERT EXCENTRIQUE von 1968, 100.000 €. Anordnung und Rhythmisierung der diagonal verlaufenden Farbbänder in dem großformatigen Bild GROSSE KADENZ (1972), 150.000 € erzeugen gleichermaßen Ruhe und Spannung. Die Konzentration räumlicher Energien ist auch in den Bildern der 1970er Jahre wahrzunehmen. Es kommt zu einer stärkeren Expansion und Intensivierung der Farben und Farbkontraste, so in dem Gemälde EROSION ET I (1975), 35.000 €. Die Gleichsetzung von Farbe = Form wird nicht benutzt, um "ichgebundene Vorstellungen und Seelenzustände" mitzuteilen, sondern um ein "Jetztfeld des Sichtbaren "(G.F.) zu formulieren. Es ist das "Freisein des Sehens", das die Wahrnehmung rhythmisierter Farb-Klänge möglich macht und dabei die Grenzen des Bildes überschreitet. In dem Maße, wie in seinen späten Gemälden sein Ich spürbar gegenwärtig ist, werden die Bilder von der "Unmöglichkeit des Gesichertseins " (G.F.) erfüllt. Sie lassen trotzt ihrer formalen Klarheit von Emotionen geleitete Begegnungen zu. Im Kabinett ist eine Auswahl an Werken von Bob Bonies, Andreas Brandt, Rupprecht Geiger, Raimund Girke, Kuno Gonschior, Gerhard von Graevenitz, Gotthard Graubner, Klaus Heider, Katharina Hinsberg, Norbert Kricke, Christian Megert, Beate Terfloth und Günter Uecker zu sehen: Zum Beispiel von Bob Bonies das Gemälde 02/10 (rot-blau), 2010, 15.000 €, von Rupprecht Geiger das Bild (gelb-pink), 769/85, 1985, 35.000 €, außerdem von Raimund Girke das Aquarell Die Nähe der Nacht von 1987, 21.000 €. Klaus Heider ist mit zwei fotografischen Arbeiten Saturnschatten auf Terra und Wanderfocus, 2009, je 7.500 € vertreten. Von Norbert Kricke wird die Raumplastik (orthogonal), 1975/44, 1975, Stahlrohr, weiss gestrichen, 1,51 x 2,76 cm, Höhe 3,72 cm, 100.000 €. gezeigt. Bildbeschreibungen o.T. (NICHT ÜBERLAGERNDE ELEMENTE), 1955, Öl auf Rupfen, 130 x 162 cm, 60.000 € Fruhtrunks Frühwerk, inspiriert vom konstruktiven Geist der internationalen Moderne, charakterisiert ein dynamischer Geometrismus aus rechteckigen und kreisförmigen Elementen, die scheinbar vom Zufallsprinzip geleitet, eine spielerisch leichte Bewegung im Bildraum erzeugen. Die Formen schweben, kippen, drehen und interagieren beim konzentrierten Betrachten. In einem Brief an Max Bill definiert Fruhtrunk 1958 die Grundlagen seiner künstlerischen Intention: Forderung nach Formgefüge und tektonischem Bilden, geistige Durchdringung von Farben und Rhythmen. VERT EXCENTRIQUE, 1968, Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm, 100.000 € Werden Fruhtrunks Werke der 1950er Jahre noch von einem Figur/Grund-Verhältnis bestimmt, so ändert sich dies ab den 1960er Jahren. Ohne Angabe eines Vorder- und Hintergrundes wird das Bildfeld durch vertikal nebeneinander angeordnete Farbbänder rhythmisiert. Die von Vertikalen dominierte Bildkomposition VERT EXCENTRIQUE vermittelt Ruhe und Kontemplation, Präzision und Offenheit. Der Komplementärkontrast von Rot und Grün im Kontrast mit schwarzen Farbbändern erzeugt ein Spannungsfeld aus Zonen des Lichts und der Dunkelheit. Farbe ist partikulare Lichtfrequenz, so Fruhtrunk. Ihre Energie weist über die begrenzenden Ränder des Bildes hinaus. EMOTION (STUDIE II), 1974, Acryl auf Leinwand, 120 x 119,5 cm, 60.000 € Ein breites, intensiv rotes Farbfeld wird von links unten und rechts oben durch diagonal verlaufende Farbbänder im Wechsel zwischen Rottönen und Hellgrau flankiert, wodurch das gesamte Bildfeld von einer Aufwärtsströmung erfasst wird. Dem Offenen und Ungewissen des Zeitverlaufes entsprechen Diagonalverläufe, die über das Bild hinausschießen, so Peter-Klaus Schuster. Rot entfaltet im Mit- und Gegeneinander der hellgrauen Farbbahnen besondere Ausdrucksenergien: kraftvolle Vitalität, Emotionalität und Klarheit. Fruhtrunks Kunst ereignet sich im subjektiven Sehen immer wieder neu. Biographie Günter Fruhtrunk (1923-1982) 1923 geboren in München 1940-1941 Studium der Architektur 1945-1950 Schüler von Wilhelm Straube 1952 Arbeit im Atelier von Fernand Léger, Paris 1953 Stipendium des Landes Baden-Württemberg und Gouvernement Francais 1954 Übersiedlung nach Paris 1955 Arbeit im Atelier von Hans Arp 1961 Prix Jean Arp, Köln vom Kulturkreis im Bundesverband der Deutschen Industrie 1966 Médaille d’argent, "Prix d’Europe", Ostende 1967 Professur an der Akademie der bildenden Künste, München Burda-Preis für Malerei, Große Kunstausstellung München 1982 verstorben in München seit 1947 Beteiligung an wichtigen Themen- und Gruppenausstellungen national und international; ebenso Einzelausstellungen in Privatgalerien und Museen in Europa, den USA und Canada: 1963 Museum am Ostwall, Dortmund (EA), 1965 "The responsive eye", MOMA, New York, 1967 "Vom Konstruktivismus zur Kinetik", Musée d’Art Contemporain, Montreal, 1968 Documenta IV, Kassel, 34. Biennale Venedig, 1982 "Hommage á Barnett Newman", Neue Nationalgalerie Berlin, 1993 Neue Nationalgalerie Berlin (EA), Westfälisches Landesmuseum, Münster (EA), Städtische Galerie im Lenbachhaus München (EA), Staatsgalerie moderner Kunst München, 2002 ARITHMEUM, Bonn (EA). |
|
|
|
![]() |
|
| Andreas Brandt (geb. 1935) o.T., 1979 Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm 28.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Günter Fruhtrunk (1923-1982) VERT EXENTRIQUE, 1968 Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm 100.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Rupprecht Geiger (1908-2009) E 187, WV 115, 1952 Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm 80.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Kuno Gonschior (1935-2010) Rote Punkte, 1970 Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand 185 x 185 cm, 85.000 Euro |
|
| ansehen | |