Stuttgart, den 22.02.2012
Willkommen im Pressefenster von edith wahlandt galerie

 
 EDITH WAHLANDT GALERIE


   Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler
   ewm@edith-wahlandt-galerie.de
  MALEREI - VIER POSITIONEN 
  

http://www.edith-wahlandt-galerie.de  
 
Erschienen am: 28.07.2010
 
Bob Bonies, statisch ------ dynamisch
 
11. September bis 23. Oktober 2010
Eröffnung am Samstag, den 11. September 2010 von 11 – 14 Uhr
Um 12 Uhr spricht Andreas Brandt, Niebüll.
 
Unter dem Titel „statisch ----- dynamisch“ zeigt die edith wahlandt galerie vom 11. September bis 23. Oktober neue Arbeiten von Bob Bonies (geb. 1937 in Den Haag), sowie Schlüsselwerke aus den 1960er bis 1980er Jahren. Eine Auswahl von kleinformatigen Prototypen, die vorbereitend zu seinen Bildern entstehen, ergänzt die Werkschau.

In der Nachfolge der „De Stijl-Gruppe“ und des russischen Konstruktivismus stehend, zählt Bonies seit den 1960er Jahren zu den wichtigsten Vertretern der konstruktiven Kunst in den Niederlanden.
Seit 2002 vertritt ihn die edith wahlandt galerie in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf der Art Cologne.

Reduktion, Klarheit und Konzentration bestimmen den Aufbau seiner Bilder. Nur das bildnerisch Notwendigste interessiert ihn. So beschränkt sich Bonies bis heute auf nur vier Farben, auf Rot, Blau, Gelb und Grün. Sie dienen alleine der Definition und Wahrnehmung der Form und stehen für verschiedene Ausdehnungsrichtungen (vertikal, horizontal, diagonal) in den Raum. Reduktion beherrscht auch sein Formenrepertoire, das aus wenigen geometrischen Grundformen, vor allem dem Quadrat und Rechteck, in den letzten Jahren auch wieder dem Kreis bzw. Kreissegment, besteht.

Die quadratischen Formate der 1960er Jahre (z.B. Bild 021/68, 1968) veranschaulichen in ihrer Flächenanordnung verschiedene Möglichkeiten der Progression, Rotation und Variation. Farbige Quadrate werden verschoben, gedreht, gegeneinander versetzt. Mit Quadraten über Eck arbeitet er in den 1970er Jahren (z.B. Bild 17-74, 1974) und 1980er Jahren. Es geht ihm um eine vielfältige Teilung der geometrischen Grundformen, die gedreht, verschoben, gegeneinander gesetzt werden. Konsequent arbeitet Bonies deshalb in zyklischen Werkfolgen, in denen Systeme von Variablen untersucht, Spannungen und Harmonien sowie Beziehungen und Kontraste erprobt werden.

Bewusst verzichtet er auf alles Subjektive und Emotionale. Viel eher bestimmen Kalkül und Systematik die klar geordnete Bildarchitektur. Bewegung und Veränderung in Wechselwirkung mit Ruhe und Statik bestimmen das Zusammenspiel von Farbe, Form und Fläche. Dies trifft auch auf die Leinwand, die sich ebenfalls in geometrischen Grundformen präsentiert, zu. So ist die, das traditionelle Bildformat überwindende Form der „shaped canvas“ für sein Werk von grundlegender Bedeutung. Indem Bonies versucht, eine Synergie zwischen der Räumlichkeit im Bild und dem realen Raum zu realisieren, öffnet er den Bildraum zum Umraum und erzeugt Ausblicke wie durch ein Fenster oder eine Tür. „In diesem Sinne sehe ich mich auch als Konstrukteur des Raumes“, so Bob Bonies.

Wem sich das klare Konstruktionsprinzip nicht sofort erschließt, der kann imaginäre Verbindungslinien über das Bildfeld hinaus ziehen oder farbige Teilformen zu Grundformen ergänzen und auf diese Weise überraschende räumliche Perspektiven entdecken. „Es sind Bilder zum Anschauen, zum Leben“, formuliert sein Künstlerkollege Andreas Brandt.

Bilder und Texte: http://www.edith-wahlandt-galerie.de


Hinweis: ART ALARM - 18.09. – 19.09.2010 - 11. STUTTGARTER GALERIENRUNDGANG



Bildbeschreibungen

Bild, 17/74 (rot-blau-gelb), 1974, Acryl/Leinwand, diagonal 198 cm, 18.000 €

„Ich brauche die Farbe für den Kontrast, für die Wahrnehmung der Form. Die Kontrastwirkung von Farbe ist auch unterschiedlich: Rot ist die Nummer Eins, und Blau ist der Hauptkontrast dazu, dann kommt Gelb…“ (Bob Bonies). Dabei geht es ihm nicht um farbsymbolische Reflexionen. Wichtig ist ihm vielmehr das Zusammenwirken von Farbe und Form, um Bewegung und Räumlichkeit zu suggerieren. Dies führt das Bild von 1974 vor Augen. Es ist ein konzentriertes und leises Spiel zwischen Gleichgewicht und Kippbewegung, Stillstand und Rotation. Das Auge springt zwischen ruhigen Farbflächen und überraschend sich öffnenden architektonischen Elementen hin und her.


Bild, 01/78 (blau-grün), 1978, Acryl/Leinwand, 200 x 300 cm, 26.000 €

Für das Werk von Bob Bonies ist das spannungsreiche wie auch harmonische Zusammenspiel elementarer Formen und Farben grundlegend. Die Zuordnung der grünen und blauen Farbfläche mit dem weißen, nun selbst als gestaltendes Element eingesetzten Bildgrund erzeugt Flächenteilungen und dynamisierende Ausdehnungen in die Diagonale und Vertikale. Es kommt zu einem Synergieeffekt zwischen der Räumlichkeit im Bild und dem realen Umraum. So drängt die expansive Dreiecksform über die obere Bildgrenze hinaus, während das blaue Quadrat als geschlossene, absolute Form, unterstützt von den zu ergänzenden Quadraten der Wandfläche, für einen harmonischen Ausgleich sorgt. Die grüne Flächenform fungiert als Basis der räumlichen Ausdehnung.


Bild, 011/07 (rot-blau), 2007, Acryl/Leinwand, 140 x 140 cm, 15.000 €

In den letzten Jahren konstruiert Bob Bonies wieder mit dem Zirkel und konzentriert sich fast ausschließlich auf die Farben Rot und Blau. Beide kontrastierenden Flächenformen, blaues Kreissegment und rotes Dreieck, treffen sich an einem Punkt genau in der Mitte des weißen Bildgrundes, halbieren ihn in der diagonalen wie auch vertikalen Bildachse. Verlängert man den Bogen des Kreissegmentes, dann endet er an der oberen Spitze des Dreiecks. Bonies verwandelt die berechenbare abstrakte Geometrie, auch durch seine Farbwahl, in eine feine Ästhetik. Figuren und Grund beginnen sich zu drehen und gestalten weite, freie Raumperspektiven.


Bild, 015/07 (rot-blau), 2007, Acryl/Leinwand, 140 x 280 cm, 26.000 €

„Bob Bonies künstlerisches Vorgehen richtet sich auf Proportion, Progression, Variation und Konfrontation mit den Mitteln der Drehung, Ergänzung, Verschiebung, Reduzierung und Dislozierung“, so Bernhard Holeczek. Wenn sich dem Betrachter das klare Konstruktionsprinzip seiner Bilder nicht sofort erschließt, kann er Verbindungslinien über das Bildfeld hinaus ziehen. So spannt sich eine große Diagonale über die Leinwand, die von den beiden Kreissegmenten aufgenommen wird. Diese setzen sowohl Bewegungspotential als auch den Eindruck von Festigkeit frei, artikuliert in den gebogenen und geraden Linien.



Bob Bonies - Biographie


1937 geboren in Den Haag/Niederlande

1955-1960 Kunstakademie Den Haag und Stockholm

1962-1963 Aufenthalt in den USA und Kanada

1965 Beginn einer 15-jährigen Zusammenarbeit mit der Galerie Swart, Amsterdam

1966 erste Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam

1981 Retrospektive im Van Abbe-Museum, Eindhoven

ab 1991 jährliche Arbeitsreisen in die USA; u.a. Besuche in New York, Marfa (Donald Judd) und Taos (Agnes Martin)

1988-2001 Direktor der Freien Akademie der bildenden Künste, Den Haag

lebt und arbeitet in Den Haag


seit 1960 Beteiligung an wichtigen Themen- und Gruppenausstellungen international;
ebenso Einzelausstellungen in Privatgalerien und Museen
in Europa und den USA:

1960 Galerie Observatorium, Stockholm (E) - 1961 "liga nieuw beelden", Stedelijk Museum, Amsterdam - 1965 Galerie Swart, Amsterdam (E) – 1966 Stedelijk-Museum, Amsterdam (E) - "Formen der Farbe", Amsterdam/Stuttgart/Bern - 1968 "Weltausstellung", Montreal - Galerie Reckermann, Köln - "made in holland", Kunsthalle Bern - 1971 Galerie Teufel, Koblenz/ Köln (E) - 1972 Konstruktivismus", Galerie Gmurzynska, Köln - 1976 "mc crory-collection", New York - "Die reine Form", Kunstmuseum Düsseldorf - 1977 "Aspekte konstruktiver Kunst", Kunsthalle Zürich - "recht-gebogen", Van-Abbemuseum, Eindhoven - Musée d’art moderne de la ville de Paris - 1979 Gemeente Museum, Den Haag (E) - 1981 Van-Abbemuseum, Eindhoven (E) - 1986 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen (E) - 1989 "Konkret heute in Europa", Kunsthaus Zug - 1993 "Abstrakt", Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden - 1999 "Positionen der Konkreten und Konstruktiven Kunst", Bauhaus Gebäude, Dessau - 2002 "drei konkrete positionen", jakob bill, bob bonies, andreas brandt, edith wahlandt galerie, Stuttgart - 2003 ARITHMEUM, Bonn (E) - 2004 Mondrianhaus, Amersfoort (E) - edith wahlandt galerie, Stuttgart (E) – 2005 "Hommage tot he Square", Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen - 2007 "Living Color", Vasarely Museum, Budapest - 2008 "Bau-Kunst-Bild", Mies van der Rohe Haus, Berlin (E) - Galerie de Rijk, Den Haag (E) - 2009 "Hommage an das Quadrat", Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter, Museum Ritter, Waldenbuch - "Just what is it", ZKM, Karlsruhe - 2010 edith wahlandt galerie, Stuttgart (E)





Bob Bonies
Bild, 17/74 (rot-blau-gelb), 1974
Acryl/Leinwand, diagonal 198 cm
18.000 €
Bild, 01/78 (blau-grün), 1978
Acryl/Leinwand, 200 x 300 cm
26.000 €
Bild, 011/07 (rot-blau), 2007
Acryl/Leinwand, 140 x 140 cm
15.000 €
Bild, 015/07 (rot-blau), 2007
Acryl/Leinwand, 140 x 280 cm
26.000 €
 
  Andreas Brandt (geb. 1935)
o.T., 1979
Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm
28.000 Euro
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  Günter Fruhtrunk (1923-1982)
VERT EXENTRIQUE, 1968
Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm
100.000 Euro
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  Rupprecht Geiger (1908-2009)
E 187, WV 115, 1952
Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm
80.000 Euro
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  Kuno Gonschior (1935-2010)
Rote Punkte, 1970
Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand
185 x 185 cm, 85.000 Euro
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