Stuttgart, den 22.02.2012
Willkommen im Pressefenster von edith wahlandt galerie

 
 EDITH WAHLANDT GALERIE


   Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler
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  MALEREI - VIER POSITIONEN 
  

http://www.edith-wahlandt-galerie.de  
 
Erschienen am: 22.04.2010
 
KLAUS HEIDER – UNIVERSALES KOSMISCHES LICHTBILDARCHIV –
 
FOTOGRAFISCHE ARBEITEN
29. Mai bis 24. Juli 2010

Ausstellungseröffnung: Samstag, 29. Mai, von 11.00 bis 14.00 Uhr
Um 12.00 Uhr spricht Heiderose Langer
 
Vom 29. Mai bis 24. Juli 2010 zeigt die edith wahlandt galerie eine repräsentative Auswahl an Fotoarbeiten aus dem "Universalen kosmischen Lichtbildarchiv" von Klaus Heider (Jahrgang 1936). Es handelt sich um einen Werkkomplex, an dem er seit 2007 arbeitet und der bisher noch nicht ausgestellt war. Nach viel beachteten Einzelausstellungen in den vergangenen Jahren, zuletzt die umfassende, von einem Katalog dokumentierte Werkschau im Jahr 2006, liegt nun der Schwerpunkt der Galeriepräsentation auf ca. 36 Fotoarbeiten aus verschiedenen Werkgruppen seines Lichtbildarchivs.

Konsequent führt Heider seine Themen Licht, Raum und Zeit auch in den neuen Arbeiten weiter. Seine "Lichtbilder", die er mit Materialien wie Salzkristalle, Asche und Staub sowie diversen Lichtquellen als Schatten- und Körperprojektionen auf unbelichtetem Fotopapier ausschließlich in der Dunkelkammer herstellt, sind Unikate. Angeregt wurde er zu seinem kosmischen Bilderarchiv, das er als "work in progress" versteht, durch das Buch "Zwischen den Sternen – Lichtbildarchive" des Bildwissenschaftlers Karl Clausberg (geb. 1938) und die, in diesem Buch erörterten Gedanken des Juristen und Astronom Felix Eberty (1812-1884) über Raum, Zeit und Ewigkeit. Eberty geht in seiner bahnbrechenden Schrift von der Hypothese aus, dass sich im Universum ein gigantisches, durch Lichtwellen gespeichertes Licht-Bild-Archiv befindet, in dem sich alles Vergangene sichtbar, gleichzeitig und nebeneinander abbildet.

Der Universalist, künstlerische Kosmonaut und Bildschöpfer Klaus Heider hat es sich zur Aufgabe gemacht, "die auf den Flügeln der Lichtstrahlen in den Weltenraum getragenen irdischen Begebenheiten abzuspiegeln" (Eberty) und in seinem umfangreichen Archiv zu speichern. So breitet sich in der Ausstellung ein hell-dunkler Bilderzyklus aus, der Licht und Schatten inszeniert und kosmische Räume entwirft. Wichtig ist bei diesen neuen Arbeiten die enge Verbindung von Bild und Text, wobei zumeist die fertige Fotoarbeit den Raum für bildliche und begriffliche Assoziationen liefert, so zum Beispiel Saturnschatten auf Terra, Omegavision und Gefrorenes Kontinuum.

Sich auf das Werk Heiders einzulassen bedeutet, zwischen bekannten und unbekannten Räumen zu navigieren und dabei Orte des Staunens, Nachdenkens und Erkennens zu entdecken. Heider ist ein aufmerksamer Spurensucher in der Welt der Gegebenheiten und ein ideenreicher Spurenleger in der Welt der Möglichkeiten und Visionen. So sind seine Lichtbilder Projektionsflächen für imaginäre Bilder von grenzenloser Ausdehnung, kosmischer Dichte und träumerischer Unendlichkeit – immer im Bestreben außerhalb der irdischen Grenzen einen Beobachtungsposten zu besetzen. Zufall und Kalkül sind gleichwertige Gestaltungsprinzipien bei der grenzenauflösenden Produktion seines kosmischen Bilderstromes.


Bildbeschreibungen:

Unendliche Wiederholung, 2009, Fotografie, Laserchrom, Diasec, 93 x 130 cm, 7.500 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010, Foto: Klaus Heider

Klaus Heider begreift seine künstlerische Arbeit als (pseudo-) wissenschaftliche Forschung, als Methode des Experimentierens und Erfindens. Im kosmischen Lichbildarchiv versammelt er seine fotografischen Versuche, der irdischen Vergänglichkeit und dem Chaos eine sich ständige erneuernde Ordnung entgegenzustellen. Chaos ist der Gegenbegriff zu "kósmo", dem griechischen Begriff für Ordnung im Universum. In der "Unendlichen Wiederholung" bezieht sich Heider auf die Zyklen der Zeit. Rotierende Lichtspuren symbolisieren Energie und Leben. Sie stehen für die Strahlkraft des Geistes.


Dunkle Energie, 2009, Fotografie, Laserchrom, Diasec, 150 x 210 cm, 15.000 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010, Foto: Klaus Heider

Eine Schattenprojektion auf unbelichtetem Fotopapier, später am Computer bearbeitet, scheint den Blick in das Universum zu öffnen das, so vermuten Wissenschaftler, zum größten Teil aus einer geheimnisvollen Vermischung von dunkler Energie und dunkler Materie besteht. Es ist diese unbestimmbare dunkle Energieform von der Heider versucht, sich ein Bild zu machen und als große Entdeckung auf Fotopapier bannt: ein sich in Bewegung befindender Gedankenraum, oval und an den Rändern heller werdend, expansiv und rätselhaft undurchdringlich.


Angriff und Ataraxie, 2009, Fotografie, Laserchrom, Diasec, 93 x 130 cm, 7.500 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010, Foto: Klaus Heider

Vor einem dunklen Hintergrund schwebt eine lichtdurchtränkte Möbiusschleife. Mathematisch gesehen wird sie als eine "nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit" definiert. Dieses gängige Symbol für Unendlichkeit wird von schwarzen Punkten angegriffen, die jedoch gegen die Lichterscheinung des gedrehten Bandes nichts ausrichten können. Aktion und Bewegung trifft hier auf Ataraxie, auf einen seelischen Zustand der Unerschütterlichkeit und emotionalen Gelassenheit allen Außeneinwirkungen gegenüber. Die Transformation von Raum mittels Fotografie thematisiert er auch in dieser Fotoarbeit.

Biographische Daten Klaus Heider:

1936 geboren in Göppingen
1957-60 Studium der Malerei an der Staatlichen
Akademie der Bildenen Künste Stuttgart
1960-63 Studium an der Hochschule für Bildende
Künste Berlin
1977 Villa Romana Florenz
1978 Cité des arts Paris
1982/83 Rompreis Villa Massimo Rom
1983-2001 Professor an der Fachhochschule für
Gestaltung Pforzheim
2010 Erich-Heckel-Preis
lebt in Bad Boll

Einzelausstellungen (Auswahl)

1968 Kunstverein Ulm
1970 Württembergischer Kunstverein Suttgart
1971 Böttcherstraße Bremen
1973 Europa Gallery Melbourne
1974 Overbeckgesellschaft Lübeck
1975 Kunsthalle Tübingen
1977 Kunsthalle Baden-Baden
1980 Studio f Ulm
1986 Galerie der Stadt Esslingen Villa Merkel
1990 Ulmer Museum
1991 Ernst Museum Budapest
1994 Kunsthalle Göppingen
1995 Städtische Galerie am Fischmarkt Erfurt
2003 edith wahlandt galerie, Stuttgart
2005 Kulturverein Zehntscheuer, Rottenburg
2006 edith wahlandt galerie, Stuttgart

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1966 Kunstpreis der Jugend, Bochum,Mannheim,Enschede
1969 Junger Westen, Recklinghausen
1970 Malerei nach Fotografie, Städt. Galerie im
Lenbachhaus München
1971 Aktiva 71, Haus der Kunst München
German Art Today, Neue Galerie Aachen
1976 Einblicke-Ausblicke, Ruhrfestspiele
Recklinghausen
1977 I materiali del Linguaggio, artisti tedeschi a
Firenze, Palazzo Strozzi Florenz
1982 Handzeichnungen der Gegenwart, Staatsgalerie
Stuttgart
1983 Fotografie + Video, Staatsgalerie Stuttgart
1985 German Art 1945-1985, Fine Arts Museum Taipei
1989 5 German Artists, Neville-Sargent Gallery
Chicago, Mincher Willcox Gallery San Francisco
1996 Kunst der Gegenwart, ZKM Karlsruhe
1997 Magie der Zahl, Staatsgalerie Stuttgart
2003 Fotokunst 1852-2002, Staatsgalerie Stuttgart
2005 Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM Karlsruhe
2006 Das Schicksal des Paradieses liegt in seiner
Geometrie KISS, Kunst im Schloss Untergröningen
2010 Fremde Heimat, Kunsthalle Mannheim

In den letzten Jahren entstanden neben Malerei,
Photographie und Lichtobjekten vorwiegend Künstlerbücher,
eine Verbindung von Texten und Bildern; 2001 entstanden
die Filme THEORIE und KÜNSTLER-LEBEN. 2003 erschien KUNST
ÜBER KUNST UND KUNST und 2006 DURCH DIE ZEIT in der
Edition edith wahlandt galerie, Stuttgart.

Bilder und Texte unter: http://stage.biz2media.com/vpo/office/268


Unendliche Wiederholung, 2009
Fotografie, Laserchrom
Diasec, 93 x 130 cm, 7.500 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Klaus Heider
Dunkle Energie, 2009
Fotografie, Laserchrom
Diasec, 150 x 210 cm, 15.000 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Klaus Heider
Angriff und Ataraxie, 2009
Fotografie, Laserchrom
Diasec, 93 x 130 cm, 7.500 €
Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Klaus Heider
Klaus Heider
Foto: Charalambos Triantafillidis
 
  Andreas Brandt (geb. 1935)
o.T., 1979
Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm
28.000 Euro
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  Günter Fruhtrunk (1923-1982)
VERT EXENTRIQUE, 1968
Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm
100.000 Euro
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  Rupprecht Geiger (1908-2009)
E 187, WV 115, 1952
Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm
80.000 Euro
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  Kuno Gonschior (1935-2010)
Rote Punkte, 1970
Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand
185 x 185 cm, 85.000 Euro
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