Stuttgart, den 22.02.2012
Willkommen im Pressefenster von edith wahlandt galerie

 
 EDITH WAHLANDT GALERIE


   Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler
   ewm@edith-wahlandt-galerie.de
  MALEREI - VIER POSITIONEN 
  

http://www.edith-wahlandt-galerie.de  
 
Erschienen am: 31.03.2010
 
ART COLOGNE 44
 
Internationaler Kunstmarkt 21.-25. April 2010, Kölnmesse,
Halle 11.2, Stand B 3, Telefon 0221-2844007
 
Messeprogramm 2010 Dreiklang – Raimund Girke Gotthard Graubner Günther Uecker

Im Fokus der diesjährigen Messepräsentation stehen Werke von Raimund Girke, Gotthard Graubner und Günther Uecker, alle Jahrgang 1930, die zu den renommiertesten Vertretern der deutschen Nachkriegsavantgarde zählen. Es sind Weggefährten, mit denen Edith Wahlandt-Mettler seit Beginn der 1980er-Jahre verbunden ist. Ihnen zu Ehren ist noch bis zum 15. Mai die Ausstellung "Dreiklang" in den Galerieräumen zu sehen. Die Publikation hierzu wird zur Messe vorliegen.

Bilder und Arbeiten auf Papier sind Schwerpunkt der Messeauswahl, in der ein Dreiklang als harmonischer Akkord von Farbe, Raum und Körperaktion inszeniert wird. Von Raimund Girke (2002 verstorben) sind Arbeiten auf Papier (Tusche, Aquarell, Bleistift) vom Ende der 1950er-Jahre bis hin zu seinen letzten Zeichnungen, sowie ein frühes Bild, „Durchdringung II“ von 1966 (30.000 €) ausgewählt. Die Organisation der Bildfläche durch horizontale und geometrische Gliederungselemente, über die sich ein zarter, weißer Farbnebel legt, ist charakteristisch für seine Bilder der 1960er-Jahre. Dem steht sein herausragendes Spätwerk von 1992 (68.000 €) gegenüber, das statt Klarheit und Ordnung dem Zufälligen, Expressiven und Unregelmäßigen Raum gibt.

Zwei große Nepalas (je 42.000 €) von Gotthard Graubner, dem Meister der Farbe und des Lichts, stehen im Zentrum der Präsentation. Es handelt sich um Arbeiten auf handgeschöpftem Papier, das nach einer jahrhundertealten Tradition im Bergland des Himalayas hergestellt wird. Hinzu kommen Gouachen, Aquarelle und Pastelle aus den Jahren 1968 bis 2004. Hervorzuheben ist die frühe Arbeit von 1968 (18.000 €), die im Zweidimensionalen anschaulich Graubners pulsierende Farbraumkörper ahnen lässt. Arbeiten auf Papier spielen eine sehr wichtige Rolle in seinem Oeuvre. Sie entstehen parallel zu seinen Farbraumkörpern.

Günther Uecker vervollständigt den „Dreiklang“ durch die körperliche Aktion beim Arbeitsprozess, so in seiner großen Wandarbeit „Regen“, 300 x 500 cm (150.000 €) aus dem Jahre 2009. Zum gleichen Thema entstand eine Gruppe Tuschezeichnungen (je 108 x 80 cm). In den scheinbar endlos variierenden Tropfenmustern stellen sich beim Betrachten Gedanken an ewige Prozesse der Natur ein.

Im Kabinett sind Werke von Günter Fruhtrunk (1923-1982), Rupprecht Geiger (1908-2009), Kuno Gonschior (1935-2010), Gerhard von Graevenitz (1934-1983), Katharina Hinsberg (geb. 1967), Norbert Kricke (1922-1984), Christian Megert (geb. 1936) und Beate Terfloth (geb. 1958) zu sehen.

Zum Beispiel: ein Frühwerk von Rupprecht Geiger aus dem Jahr 1950, WVZ 66 (75.000 €), das eine phantastisch-surreale Welt aus kontrastierenden Farben zeigt und von Gerhard von Graevenitz ein kinetisches Objekt aus dem Jahr 1971. Mit Hilfe eines Motors setzen sich zwei schwarze Scheiben auf einer weißen Platte in Bewegung, wodurch das Objekt von einem statischen in einen Zustand kontinuierlicher Veränderung übergeht und sich so ein jeweils anderes Bild, eine neue Konstellation ergibt.

Katharina Hinsberg stellt neue, auch große "Linien/Gitter"-Arbeiten (je 150 x 120 cm) aus. Rote, ausgeschnittene Kreidelinien überziehen, rhythmisiert und fließend, ein Raster aus Quadraten. In ihrem Zusammenwirken entwerfen geometrische Formen und gestisch gesetzte Lineaturen einen sinnlich-geistigen Erfahrungsraum. „In der Plastik“, so lautet Norbert Krickes Credo, „heißt Raum immer Freiheit“. Eine einzelne Linie beschreibt in seiner harmonisch ausgewogenen Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz von 1952 (130.000 €) einen spitzwinkligen, dynamischen Bewegungsverlauf. Bereits in den Skulpturen der 1950er-Jahre sind Raumdurchdringung, Bewegung und Linienfluss zentrale Kriterien Krickes. Außerdem wird eine Auswahl an Zeichnungen gezeigt.

Bilder und Texte unter: http://stage.biz2media.com/vpo/office/268

Bildbeschreibungen

Raimund Girke (1930-2002)
o.T., 1992, Öl auf Leinwand, 200 x 220 cm, 68.000 €

Raimund Girke, der sein Werk mit dem Begriff „Fundamentale Malerei“ am zutreffendsten charakterisiert fand, entwickelte im Laufe seines künstlerischen Schaffens einen freier gesetzten, expressiv-malerischen Gestus. Angesichts seines impulsiven, dynamisch aus dem Körperrhythmus erfolgten Farbauftrages, spricht Gottfried Boehm deshalb von „Körperschrift“.

Erdfarbene, blaue und weiße Pinselzüge versetzen in wechselnd gegenläufigen Richtungen das gesamte Bildfeld in unterschiedliche Bewegungszustände. Ein Strömen, Wirbeln, Steigen und Fallen strukturiert das Farbfeld, setzt dramatische Hell-Dunkel-Kontraste. Gegensätzliche Kräfte drängen danach, die Grenzen des Bildes auszudehnen. Es sind die weißen Farbakzente, die beruhigend auf die Bewegungsenergien dieses außergewöhnlich expressiven Bildes einwirken.


Gotthard Graubner (geb. 1930)
o.T., 1968, Mischtechnik auf Papier, 44 x 31,5 cm, 18.000 €

Gotthard Graubners künstlerisches Interesse gilt ausschließlich dem farbigen Lichtraum. Er kann darin mit Vertretern der amerikanischen Farbfeld-Malerei verglichen werden.

Vom hellen Bildgrund ausgehend, baut sich eine, in mehreren braunen Farbschichten aufgetragene, wolkig-transparente Form auf. Diese entwickelt ein Raumvolumen, das aus der Fläche nach vorne drängt und wie ein ausatmender „Farbleib“ auf den Betrachter zukommt. Auch erinnert der verdickte und wie aufgepolstert wirkende untere Rand der rechteckigen Form an Graubners, Ende der 1960er-Jahre entstandene Objekte „Gesackte Kissen“. Von hier aus ist der Weg zu seinen Farbraumkörpern Anfang der 1970-Jahre nachvollziehbar.


Günther Uecker (geb. 1930)
Regen, 2009, Tusche auf Leinwand, 300 x 500 cm, 150.000 €

In seiner Werkgruppe „Regen“ greift Uecker ein Thema auf, dass ihn schon seit den 1950er-Jahren beschäftigt. Doch während sich in den frühen schwarzen und grauen Strukturbildern ein statisches, undurchdringliches Bildfeld aufbaut, bestimmen Spontaneität, Bewegung und Offenheit das Bildgefüge seiner großen Tucharbeit.

In einem freien Rhythmus besetzen schwarze Tuschetropfen die großformatige Leinwand. Sie breiten sich, an den Niederschlag eines prasselnden Regenschauers erinnernd, scheinbar unkontrolliert und tänzerisch leicht aus. Der Betrachter spürt die vitale Aktion des Entstehungsprozesses und taucht zugleich in die beruhigenden, meditativen Bildstrukturen ein, die sich durch den körperlichen Rhythmus ergeben. Es sind Gedanken an die ewigen Prozesse der Natur, die sich beim Betrachten dieser sich scheinbar endlos wiederholenden und variierenden Tropfenmuster einstellen. Im Zusammenhang mit diesem großen "Regentuch" ist ein beeindruckendes Konvolut von Tuschezeichnungen (je 108 x 80 cm) entstanden.


  Pressemappe Dreiklang

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Raimund Girke (1930-2002)
o.T., 1992, Öl auf Leinwand
200 x 220 cm, 68.000 €
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Uwe Seyl
Gotthard Graubner (geb. 1930) o.T., 1968
Mischtechnik auf Papier
44 x 31,5 cm, 18.000 €
Foto: Uwe Seyl
Günther Uecker (geb. 1930)
Regen, 2009, Tusche auf Leinwand
300 x 500 cm, 150.000 €
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Foto: Uwe Seyl
 
  Andreas Brandt (geb. 1935)
o.T., 1979
Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm
28.000 Euro
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  Günter Fruhtrunk (1923-1982)
VERT EXENTRIQUE, 1968
Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm
100.000 Euro
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  Rupprecht Geiger (1908-2009)
E 187, WV 115, 1952
Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm
80.000 Euro
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  Kuno Gonschior (1935-2010)
Rote Punkte, 1970
Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand
185 x 185 cm, 85.000 Euro
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