Stuttgart, den 22.02.2012
Willkommen im Pressefenster von edith wahlandt galerie

 
 EDITH WAHLANDT GALERIE


   Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler
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  MALEREI - VIER POSITIONEN 
  

http://www.edith-wahlandt-galerie.de  
 
Erschienen am: 09.08.2008
 
Rückblick: Norbert Kricke - Raumplastiken und Zeichnungen aus vier Jahrzehnten
 
13. September - 20. Dezember 2008
Eröffnung am Samstag, 13. September, 11.00 bis 20.00 Uhr
Um 12.00 Uhr spricht Prof. Dr. Gottfried Boehm, Basel
 
Norbert Kricke (1922-1984) zählt zu den bedeutendsten abstrakten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit Anfang der 80er Jahre vertritt die edith wahlandt galerie das Werk Krickes und zeigte seine Raumplastiken und Zeichnungen im Rahmen zahlreicher Präsentationen auf der Art Cologne sowie in Galerieausstellungen, die auch durch Publikationen dokumentiert sind. Nach der vielbeachteten One-Man-Show auf der Art Cologne 2006 mit dem Schwerpunkt auf Krickes frühen Großplastiken, konzentriert sich die Auswahl dieser Einzelschau auf kleinere und mittlere Formate aus vier Jahrzehnten: Lütticher und Gefächerte aus den 50er Jahren, zwei herausragende Beispiele der Fließenden, Ende der 60er Jahre sowie Arbeiten aus dem Spätwerk. Gleichwertig neben seinem plastischen Werk stehen seine Zeichnungen, von denen ein erlesener Querschnitt aus den 50er Jahren bis hin zu den kurz vor seinem frühen Tod 1984 entstandenen Schlussstrichen gezeigt wird.

Durch sein Konzept der Darstellung von Raum und Bewegung hat Kricke der deutschen Kunst nach 1945 wegweisende Impulse gegeben und ein herausragendes Werk von zeitloser Gegenwärtigkeit geschaffen. Nicht Figur und Masse ist sein Thema sondern die Linie als Form der Bewegung. Seine Raumlinien berühren und überschneiden sich, ertasten in der Vielfalt ihrer Richtungen den Raum und führen schließlich ein schwereloses Schweben mit gewachsener Konstruktion vor. Solche Raumerfahrungen und das Wahrnehmen von Bewegung als Form von Zeit ermöglichen beim Betrachten seiner Skulpturen und Zeichnungen neue Erfahrungen von Bewegungskraft und Energie, räumlicher Offenheit und Unbegrenztheit. Der suchende Vorstoß in einen Raum des Nichtfestgelegten, Offenen, Ungesehenen gehört zum Pathos dieser Kunst und ihres Autors, so Gottfried Boehm. Zum Beispiel seine lineare Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz (1952): eine Linie aus Stahl schreibt einen Bewegungsverlauf in den Raum – ohne Anfang und Ende, einfach, elementar und zugleich komplexe Vorstellungsräume vermittelnd.

Unser Raum hat tausend Qualitäten. Es sind die, die wir ihm geben, notiert Norbert Kricke 1962. Auch in seinen Zeichnungen sucht er der Einheit von Raum und Zeit eine Form zu geben, ausgehend von seinen frühen Zeichnungen der 50er Jahre, die entschlossen und kontrolliert im Vor und Zurück der einzelnen Linienspuren Räumlichkeit andeuten, bis hin zu seinen späten, extrem reduzierten Blättern, deren Lineaturen sich leise in die Grenzenlosigkeit des Raumes verflüchtigen. Ein Katalog ist in Vorbereitung.

Hinweis: art alarm, 9. Stuttgarter Galerienrundgang, Samstag, 13. 9., 11.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag, 14. 9., 11.00 bis 18.00 Uhr

Bilder und Texte: http:www.pressefenster.info/galerie_wahlandt


BILDBESCHREIBUNGEN:

Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz (Lütticher), 1952
Stahl, gestrichen
90 x 88 x 90 cm
130. 000 EUR

In der Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz von 1952 beschreibt eine einzelne Linie in spitzen Winkeln einen dynamischen Bewegungsverlauf, der in sich zurückfließt und eine geschlossene Form bildet. Diagonalen, die konzentriert den Raum durchmessen und nur an wenigen Punkten mit der Standfläche verbunden sind, beschleunigen einerseits den Fluss der Linie. Durch die wechselnde Farbgebung wird andererseits ein Tempowechsel herbeigeführt: das Schwarz stoppt die Sehbewegung bzw. verlangsamt die visuelle Erfahrung des Bewegungsverlaufs, Weiß scheint dem Stahl seine Materialität zu nehmen, Gelb aktiviert Bewegungsenergien.


Raumplastik (Gefächerte), 1957
Stahl, Silberbronze
50 x 42 x 38 cm
90. 000 EUR

Der Blick des Betrachters wird nicht, wie in der Raumplastik Typ Lütticher, in einer geschlossenen Form festgehalten, sondern hinausgeführt in den freien Raum. Aufgefächerte Flächenbahnen stoßen in alle Richtungen vor. Sie führen ein entschlossenes Aufsteigen vor, spannungsvoll in allen Bewegungsphasen, an Flugbewegungen erinnernd. Wie bei der Aneinanderreihung filmischer Sequenzen erfasst das Auge Bewegung, Spannung und Dynamik der in freie Räume aufbrechenden Skulptur.


Raumplastik Weiß (Fließende), 1964
Stahldraht, weiß gestrichen
90 x 130 x 83 cm
180.000 EUR

In der Plastik, so lautet Krickes Credo, heißt Raum immer Freiheit. Ein nahezu entmaterialisiert erscheinendes, zartes Liniengespinst fließt in den Raum, entfaltet sich flügelleicht und lässt dabei alles Erdenschwere und Statische hinter sich. Wie ein Windhauch ist die Skulptur Gegenwart und Vergangenheit zugleich. Sie begrenzt nicht und besetzt nicht den Raum, sondern macht ihn in seiner Offenheit erfahrbar. Es geht Kricke um das Sichtbarmachen von Raum als Ort der Entfaltung menschlicher Energien und spiritueller Erfahrungen, um Gedanken der Unendlichkeit, der Überwindung von Zeit- und Raumgrenzen.


Zeichnung 55/012, 1955
Schwarze Kreide
43,2 x 61 cm
10.000 EUR

Die Dynamik des Bildgeschehens entwickelt sich aus frei gezogenen Bogenbewegungen. In schnellen Strichen unterschiedlicher Stärke entwirft Kricke ein sich kreuzendes Liniengefüge, das wie Flugbahnen eine intensive Kraft und Bewegungsenergie über den Bildrand hinaus trägt. Nicht die Illusion eines in die Tiefe gehenden Raumes soll vermittelt werden, sondern der Eindruck des Schwebens: leicht und unbegrenzt, kein Oben und Unten, kein Links und Rechts. Die Zeichnung ist Ausschnitt eines unendlich gedachten Ganzen.


Zeichnung 82/031, 1982
Fettkreide
49,7 x 65 cm
6.000 EUR

In Krickes später, auf ein lineares Minimum reduzierter Zeichnung von 1982 gibt er dem weißen Flächenraum großes Gewicht. Das Bildgeschehen gestaltet sich weniger gestisch bewegt als in den frühen Arbeiten. Eine Diagonale streckt sich aus dem verdichteten horizontalen Linienstrang pfeilartig bis zum rechten Bildrand empor, auf ihrem Weg Geschwindigkeit suggerierend. Durch Bahnen, Flächen, Kurven, durch Punkte, Fliegen, Schweben, durch Zueinander, Auseinander, durch Raumeroberung und Zeitbannung machen Sie die Kräfte deutlich, die das Universum bewegen und tragen, schreibt Paul Wember
an Norbert Kricke.


Norbert Kricke - biografische Daten:

1922 geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in Berlin, 1946 Meisterschuler von Richard Scheibe an der Akademie der Künste in Berlin, 1947 Übersiedlung nach Düsseldorf, seither eigenes Atelier, als freischaffender Bildhauer tätig, 1949 im Winter erste Raumplastiken, 1955 Entwicklung von Wasserformen, 1956 Niederschrift des Exposés „Forms of Water“, 1958 Preis der Graham Foundation for Advanced Studies in the Fine Arts, Chicago, 1959 Zusammenarbeit mit Walter Gropius, Teilnahme an der documenta II in Kassel, 1963 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildhauerei, 1964 Berufung als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Kunstakademie, Düsseldorf, Teilnahme an der XXXII. Biennale in Venedig und der documenta III in Kassel, 1971 Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg, 1972-81 Direktor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, 1984 verstorben in Düsseldorf.

Ausführliche Angaben zu Leben und Werk in der Publikation: NORBERT KRICKE PLASTIKEN UND ZEICHNUNGEN EINE RETROSPEKTIVE, museum kunst palast, Düsseldorf, 2006.


  Pressemappe Norbert Kricke

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Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz (Lütticher), 1952
Stahl, gestrichen
90 x 88 x 90 cm
130. 000 EUR
Foto: Horst Kolberg
Raumplastik (Gefächerte), 1957
Stahl, Silberbronze
50 x 42 x 38 cm
90. 000 EUR
Foto: Galerie
Raumplastik Weiß (Fließende), 1964
Stahldraht, weiß gestrichen
90 x 130 x 83 cm
180.000 EUR
Foto: Archiv Kricke
Zeichnung 55/012, 1955
Schwarze Kreide
43,2 x 61 cm
10.000 EUR
Foto: Andreas Freytag
Zeichnung 82/031, 1982
Fettkreide
49,7 x 65 cm
6.000 EUR
Foto: Andreas Freytag
Norbert Kricke in den 50er Jahren Foto: Archiv Kricke
 
  Andreas Brandt (geb. 1935)
o.T., 1979
Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm
28.000 Euro
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  Günter Fruhtrunk (1923-1982)
VERT EXENTRIQUE, 1968
Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm
100.000 Euro
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  Rupprecht Geiger (1908-2009)
E 187, WV 115, 1952
Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm
80.000 Euro
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  Kuno Gonschior (1935-2010)
Rote Punkte, 1970
Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand
185 x 185 cm, 85.000 Euro
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