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EDITH WAHLANDT GALERIE Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler ewm@edith-wahlandt-galerie.de |
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MALEREI - VIER POSITIONEN http://www.edith-wahlandt-galerie.de |
| Erschienen am: 25.03.2008 |
| Rückblick: Rupprecht Geiger zu Ehren - zum 100. Geburtstag |
| Werke aus einer bedeutenden Privatsammlung 19. Januar bis 22. März 2008 Ausstellungseröffnung: Samstag, 19. Januar 2008 von 11.00 bis 14.00 Uhr Um 12.00 Uhr spricht Helmut Friedel, Lenbachhaus München |
| Anlässlich des 100. Geburtstages von Rupprecht Geiger am 26. Januar 2008 zeigt die edith wahlandt galerie dem Künstler zu Ehren eine erlesene Auswahl seiner Werke aus einer bedeutenden Privatsammlung. Es sind 15 Gemälde aus fünf Jahrzehnten sowie der Werkblock „Metaphernzahlen 0-9“ (1987) und das Objekt „Metaphernzahl 2“ von 1984 zu sehen. Diese Jubiläumsausstellung führt deutlich vor Augen, dass Geiger mit ungebrochener Schaffenskraft bis heute eine aktuelle Position in der Gegenwartskunst einnimmt. Rupprecht Geiger ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe ZEN 49 in München, die sich zur abstrakten Malerei und Skulptur, zur „absoluten Kunst“ bekannte. Als einer der bedeutendsten Vertreter gegenstandsloser Malerei in Deutschland schuf Geiger ein, in seiner Konsequenz, Klarheit und Reduktion einzigartiges Lebenswerk, das er der Schönheit der Farbe widmet. Für ihn stellt die Farbe das wichtigste Element seiner Malerei dar, sie ist Thema und Motiv, weshalb er sie ganz aus dem Dienst der Form löst und als autonomen Wert und geistige Kraft zur Geltung bringt. Folglich ist es die Farbe, die seine wenigen geometrischen Formen, nämlich Rechteck, Quadrat, Kreis und Oval, definiert. Wichtig für sein Verständnis von Farbe als elementare Naturgegebenheit ist das Erleben von Natur und Landschaft während seines kriegsbedingten Aufenthaltes in Russland und Griechenland. Die dort beobachteten Unterschiede des Einflusses von Licht und Farbe auf den Stimmungsgehalt der Landschaft bestimmen bis heute seine Farb- und Formensprache. Rot ist „seine“ Farbe, denn, so Geiger, „Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Mit ihrer Fähigkeit zu stimulieren ist sie in machtvoller Funktion“. Seit Mitte der 70er Jahre hat sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen der edith wahlandt galerie und Rupprecht Geiger entwickelt, die sich in vielen Galerieausstellungen, Messepräsentationen und Publikationen dokumentiert, zuletzt 2006 in der Ausstellung „Die Schönheit der Farbe – Druckgrafik aus fünf Jahrzehnten und ausgewählte Bilder“. Den Auftakt der zahlreichen Geiger-Ausstellungen bildet am 14. Dezember 2007 die große Werkschau im Lenbachhaus München, weitere Ausstellungsstationen folgen. Auch die Neue Nationalgalerie plant 2008 in der oberen Halle des Mies van der Rohe Baus eine Geiger-Schau. Hinzuweisen ist auch auf das von der Rupprecht-Geiger-Gesellschaft herausgegebene und von Julia Geiger bearbeitete Werkverzeichnis der Druckgrafik 1948-2007, das im Prestel-Verlag, München erschienen ist. Bildbeschreibungen 357/62, 1962, Öl auf Leinwand, 95 x 75 cm, Privatbesitz 1962 beginnt Rupprecht Geiger mit seinen monochrom modulierten Farbfeldern. Die Unterscheidung zwischen Pigment als Materie und als immaterielle Strahlkraft ist deutlich nachvollziehbar. Wie ein wehender Schleier breitet sich auf einem pinkfarbigen Bildgrund eine Farbfläche aus, deren Verlauf stufenweise von Dunkelrot zu einem helleren, durchlässigen Rot führt und dann in einen dichten Rotstreifen übergeht, der an eine Horizontlinie denken lässt. Ein ockerfarbenes Feld markiert einen im Gegensatz zum warmen Rot als kühl und schwer empfundenen Abschluss. Farben setzen Stimmungswerte frei, suggerieren Bewegung, wachsen aus der Tiefe, erzeugen und verschlingen Licht. Sequenz 3 x Rot (Rot/Pink/Magenta) 750/751/752/82, 1982, Acryl auf Leinwand, dreiteilig, jeweils 150 x 160 cm, Privatbesitz Ab 1972 wird Rot zu seinem wichtigsten Thema. „Rote Lichtwellen sind geistige Materie, sind dem Gedanken der Sehnsucht und den Wünschen mitgegeben. Ein monochrom moduliertes Farbfeld leuchtroter Farbe wird zum Kraftfeld“, notiert Geiger. Die Farbe Rot in ihren Stimmungswerten und Energien zur Entfaltung zu bringen und ein „Porträt“ zu entwerfen, das die vielfältigen Nuancen, hier ein leuchtendes Rot, helles kühles Pink und warmes Magenta, visualisiert, ist sein Leitmotiv. Dass die „Farbwandlung“ (Eugen Gomringer) der „Lichtwandlung“ im Wechsel von Dunkel und Hell, Warm und Kalt, dichtem und durchlässigem Bildraum entspricht, führen die drei Farbfelder vor Augen. Metaphernzahl 2, 766c/84, 1984, 766c/84, 1984, Acryl auf Sperrholz, 110 x 120 x 24 cm, Privatbesitz Zu Beginn der 80er Jahre setzt sich Geiger mit dem Thema Metaphernzahlen 0-9 auseinander. 1984 entstand das Objekt „Metaphernzahl 2“, in dem er das Verhältnis von plastischer Form und Farbe reflektiert. Geiger beschränkt sich auf das Zusammenspiel geometrischer Grundformen: ein ockerfarbenes Rechteck, von einem roten Querbalken begrenzt, und eine ovale magentafarbene Form, die eine Balance zwischen Lasten und Schweben vollführt. Die Zwei definiert Geiger als Zahl der Polarität, der Ent-Zweiung. So empfindet er die Kreis- oder Ovalform als weiblich, die kantige Rechteckform als männlich. Sein gesamtes Werk ist von dem Gedanken einer Harmonisierung des Gegensätzlichen geprägt. 860/93, 1993, Acryl auf Leinwand, 210 x 215 cm, Privatbesitz „Die Vielfalt abstrakter Formen mit ihren oft skurrilen Umgrenzungslinien lenkt von der Farbe ab, während bei archetypischen Formen wie Rechteck und Kreis, die Farbe unbeeinflusst hervortreten kann“ (R.G.). Zwei Formen, ein magentafarbenes Rechteck und ein roter Kreis begegnen sich. Das intensive Rot, an einen „Feuerball“ erinnernd, ist hier die treibende Kraft, schiebt sich dynamisch über das Rechteck oder von ihm weg. Farbige Flächen verwandeln sich in lebendige Farbräume. Eduard Trier bezeichnet Geiger deshalb als „Maler des unendlichen Raumes, der absoluten Einsamkeit und abstrakten Universalität“. 494/68, 1968, Acryl auf Leinwand, 145 x 110 cm, 60.000 EUR „Farbe macht Licht, Raum, Bewegung und Zeit“ (R.G.). Malerei ist für Geiger primär eine „Angelegenheit der Farbe“. Deshalb löst er die Farbe ganz aus dem Dienst der Form und stellt sie als autonomen Wert dar. Auf einem rechteckigen Rotfeld breitet sich ein dominierend pralles Oval in glühendem Gelb aus. So stark ist seine kosmische Energie, dass sie in ihrer scheinbar unkontrollierbaren Vitalität den Bildraum zu sprengen scheint. Geigers Bemühen, behutsam in seinem Werk eine „Transformation von Materie zu Geistigkeit“ herbeizuführen, wird in diesem Frühwerk verständlich. |
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| Andreas Brandt (geb. 1935) o.T., 1979 Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm 28.000 Euro |
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| Günter Fruhtrunk (1923-1982) VERT EXENTRIQUE, 1968 Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm 100.000 Euro |
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| Rupprecht Geiger (1908-2009) E 187, WV 115, 1952 Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm 80.000 Euro |
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| Kuno Gonschior (1935-2010) Rote Punkte, 1970 Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand 185 x 185 cm, 85.000 Euro |
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