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EDITH WAHLANDT GALERIE Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler ewm@edith-wahlandt-galerie.de |
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MALEREI - VIER POSITIONEN http://www.edith-wahlandt-galerie.de |
| Erschienen am: 17.12.2007 |
| Rückblick: Katharina Hinsberg |
| 15. September bis 15. Dezember 2007 Eröffnung: Samstag, 15. September 2007, 11.00 -20.00 Uhr Um 12.00 Uhr spricht Dr. Ruth Diehl, Bonn |
| Nach einigen Jahren der Zusammenarbeit im Rahmen von mehreren Messepräsentationen und einer Gemeinschaftsausstellung mit Oskar Holweck zeigt die edith wahlandt galerie nun in einer Einzelausstellung die Zeichnerin Katharina Hinsberg (geb. 1967). Schwerpunkt der vom 15. September bis 15. Dezember dauernden Werkschau sind in diesem Jahr entstandene, erstmals gezeigte Arbeiten. Das Medium Zeichnung führt die Künstlerin – im Hinblick auf ihre konzeptuelle Vorgehensweise, Arbeitsgeräte und Präsentationsformen – in Randbereiche hinein und denkt Zeichnung, ihre Bedingungen und Möglichkeiten, neu. Zeichnen bedeutet für sie auch Ritzen, Schneiden, Stanzen und Falten des Papiers. Die gezeichnete Linie, die sie mit der Schere oder dem Skalpell aus- oder umschneidet, wird aus dem Papier gelöst und öffnet sich so in den realen Raum (siehe "Strichgitter“). Konsequent ist deshalb auch der Schritt hin zu raumbezogenen Installationen (z. B. im Kunstmuseum Bonn), in denen die gezeichneten Lineaturen gitterartig den Raum verschränken bzw. als rote Rahmen "Felder zeichnen“ (K.H.). Zentral für ihr Werk ist der Begriff "Feld“. "Mir kommt zunächst die Bildhaftigkeit des Wortes Feld entgegen, gerade so, als könnte ich mich darin unmittelbar wie in einer Landschaft aufhalten und zeichnen. (…). Ich sehe sogar ein bestimmtes Feld. Ich sehe es als Schollen-, Stoppel-, Raps- und Roggenfeld“. Ihren in der Natur wahrgenommenen Beobachtungen, z. B. leise Bewegungen der sich im Wind hin und her wiegenden Gräser, Tautropfen, Wellen, gepflügte Felder, tanzende Schneeflocken und "Regenschauer in Bindfäden“ (siehe die Werkgruppe "Diaspern“) folgt der Schritt nach innen, d. h. die reflektierte wie auch intuitive Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Es geht ihr um Grundbedingungen der Zeichnung, um Hand, Blatt, Stift, Strich, Rand, Raum, Bewegung, Grenze. Und sie fragt: Ein Feld von außen, in seinen Grenzen wahrzunehmen, bedeutet dies auch, das Feld als Bild zu begreifen, wie z. B. die rote "Rechtecksilhouette“ mit dem Titel "Marginalis“? Katharina Hinsberg schneidet mit dem Skalpell die gezeichneten roten Umrisse von Rechtecken aus, ein Rahmen entsteht, der mit Abstand vor der Wand hängend ein Feld absteckt und die Fläche der Wand in einen abstrakten Bildinhalt zu transformieren vermag. Intellektuelle Substanz, analytisches Denken und poetische Intensität machen ihr geregelt unregelmäßiges Linienwerk zu biografischen Spuren im Kontext von Natur, Ästhetik und individueller Sinnlichkeit. Hinweis: art alarm, 8. Stuttgarter Galerienrundgang, Samstag, 15.9., 11.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag, 16.9., 11.00 bis 18.00 Uhr Bildbeschreibungen 5412 Diaspern I+0, 2007 Graphit auf Papier, ausgeschnitten je 210 x 150 cm, je 7.500 EUR Foto: Christian Blei, Düsseldorf 5415 Diaspern I+0, 2007 Graphit auf Papier, ausgeschnitten je 84,1 x 59,4 cm, je 1.700 EUR Foto: Christian Blei, Düsseldorf Der Begriff Diaspern leitet sich aus einer Renaissance-Webart ab, in der Grund und Muster gleichfarbig, aber nicht gleichartig, also getrennt sind. Ein gezeichnetes Blatt (I) wird auf ein leeres Blatt (0) gelegt und die Striche dann an den Rändern entlang mit dem Skalpell umschnitten. Dabei werden zeitgleich die Graphitstriche gelöscht und die Schnittsilhouetten in das darunter liegende Blatt übertragen. "Auf beiden Blättern entstehen Leerstellen, Negative. Die Strichmenge wird substrahiert – fällt aus – und verdoppelt sich, als Komplement der Zeichnung, auf beiden Blättern“ (K.H.). Auf diese Weise werden die Blätter zu einer installativen "Figur“. Bewegungsverläufe in der Natur wie ein Regenschauer stellen sich assoziativ beim Betrachten der Blätter ein. Solche naturhaften Bezüge können sich verflüchtigen und Raum geben für ein Panorama aus unregelmäßigen, leise fließenden, fast schwebenden Linien, die zu einem poetischen Bild von Bewegung, Flüchtigkeit und Durchlässigkeit werden. 5414 Marginalis, 2007 Tusche auf Papier, ausgeschnitten 42 x 29,7 cm, 750 EUR Foto: Christian Blei, Düsseldorf Katharina Hinsberg betreibt etymologische Feldforschungen und erprobt die Möglichkeiten von Zeichnung als Instrument der Sichtbarmachung von Wortbedeutungen (marginal, lat. am Rande, auf der Grenze liegend, in den unsicheren Bereich zwischen zwei Entscheidungsmöglichkeiten fallend). Der rote rechteckige Rahmen markiert ein vom Umraum separiertes Blickfeld und ist zugleich Rand zum Außenraum. Mit kleinen Nadeln vor die Wand gespannt, lässt die fragile Silhouettenform beides zu: im und außerhalb des abgesteckten Feldes Rand und Grenze wahrzunehmen. Zu entscheiden ist, ob der Rahmen die eingegrenzte Wandfläche zum Bild mit abstraktem Inhalt macht. 5411 Strichgitter, 2007 Tusche auf Papier, ausgeschnitten 76 x 56 cm, 1.800 EUR Foto: Christian Blei, Düsseldorf Das Werk von Katharina Hinsberg gründet auf einem ganz eigenen Begriff von Zeichnung, den Herbert Köhler in folgende Schritte gliedert: "Durchdenke das Außen, filtere es im Innen, sublimiere es in intuitiv-grafischen Gesten und suche eine Raumform für seine gewandelte Wiederkehr“. Es ist in dieser neuen Werkgruppe die Gitterstruktur, welche zur Raumform wird. Die ursprüngliche Zeichnung – rote, vertikal verlaufende Streifen im Wechsel mit dem Weiß des Bildgrundes – wird durch partielles Ausschneiden der roten Striche in eine Bewegungsform überführt, die sich reliefartig dem Dreidimensionalen öffnet. Der Blick streift über eine Vielzahl roter Farbstege, deren flimmernder Rhythmus dem Auge eine permanente Aufmerksamkeit abverlangt. |
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| Andreas Brandt (geb. 1935) o.T., 1979 Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm 28.000 Euro |
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| Günter Fruhtrunk (1923-1982) VERT EXENTRIQUE, 1968 Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm 100.000 Euro |
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| Rupprecht Geiger (1908-2009) E 187, WV 115, 1952 Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm 80.000 Euro |
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| Kuno Gonschior (1935-2010) Rote Punkte, 1970 Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand 185 x 185 cm, 85.000 Euro |
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