|
EDITH WAHLANDT GALERIE Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler ewm@edith-wahlandt-galerie.de |
|
MALEREI - VIER POSITIONEN http://www.edith-wahlandt-galerie.de |
| Erschienen am: 14.01.2007 |
| Rückblick: Klaus Heider - Durch die Zeit |
| Ab dem 23. September 2006 zeigte die edith wahlandt galerie Werke Klaus Heiders aus den Jahren 1965 bis 2006 |
| Unter dem Titel „Durch die Zeit“ zeigt die edith wahlandt galerie eine Werkauswahl von Klaus Heider (Jahrgang 1936). Die Ausstellung fokussiert den Blick auf ausgewählte, für die Entwicklung seines Gesamtwerkes herausragende Arbeiten aus den letzten vier Jahrzehnten. Nahezu die gesamte Bandbreite seiner künstlerischen Medien wird vorgestellt: Malerei, Zeichnungen/Collagen, Fotoarbeiten, Gouachen, Lichtzeichnungen und Neon-Objekte. Nach einer viel beachteten Einzelpräsentation 2003, in der die edith wahlandt galerie Klaus Heiders Pantheon-Werkgruppe (82/2003) zeigte, gibt sein 70. Geburtstag in diesem Jahr Anlass zu einer umfassenden Werkschau. Klaus Heider studierte an den Kunstakademien Stuttgart und Berlin. Von 1983 bis 2000 war er als Professor für Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim tätig. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Seine Werke sind europaweit in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Er lebt und arbeitet in Bad Boll. Sich auf das vielseitige Werk Klaus Heiders einzulassen, heißt, bekannte und unbekannte Räume zu betreten, die zu Orten des Staunens, Nachdenkens und Erkennens werden. Heider entwirft „Welt-Bilder“, in denen dem Betrachter ein, mit Offenheit, Sensibilität und Neugier die Kunst und ihre möglichen Bezugssysteme analysierender Forschergeist gegenübertritt. „Ich bin ein empirischer Mensch. Kunst hat meinem Verständnis nach viel mit Forschung und Wissenschaft zu tun“, so der Künstler. Sein Nachdenken mit den Mitteln der Wissenschaft, d. h. mit Methode und gedanklicher Strenge, gilt grundlegenden Kunstkategorien, dem Raum, der Zeit und dem Licht, wobei er einem Grenzen überschreitenden spielerischen Handeln ebenfalls die Möglichkeit zur Bildproduktion einräumt. Zufall und Kalkül sind gleichwertige Gestaltungsprinzipien seines Werkes. Heider ist ein aufmerksamer Spurensucher in der Welt der Gegebenheiten und ein ideenreicher Spurenleger in der Welt der Vorstellungen und Möglichkeiten. Mit den Stilmitteln der Ironie und der Umkehrung, der Irritation und des Zufalls inszeniert er welthaltige Bilder als Projektionsfläche von grenzenloser Weite, kosmischer Größe und Unendlichkeit. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation. Bildbeispiele Raummarkierung, 1965, Collage/Zeichnung, 50 x 76 cm, 7.500 Euro Mit dem Blick eines Kartografen durchmisst Klaus Heider die Bildfläche, zieht Geraden und Bögen, setzt rechteckige Farbflächen, markiert mit Dreieck und Unendlichkeitszeichen Orte der Geometrie und Symbolik. Kartografen verfügen über eine erstaunliche Wissenschaftlichkeit, die ein nicht-mimetisches Bild der Welt entwirft. In einer abstrakten Zeichensprache wird alles bis ins kleinste Detail geordnet, beherrscht und berechnet. Doch die Welt ist auf der Karte abwesend. So ist die collagierte Zeichnung Heiders als Projektionsraum zu begreifen, in dem die Unsichtbarkeit des Welt-Ganzen in der Sichtbarkeit einer Raum beschreibenden Fläche habhaft ist. Bunker I und II, 73/2006, Fotografie, je 100 x 70 cm, je 5.000 Euro Mit seinen 1973 bis 1975 an der französischen Atlantikküste aufgenommenen Fotografien von Westwallbunkern wählt Heider symbolträchtige Architekturen als ästhetische Forschungsobjekte aus. Entstehung und Wandel semantischer Bedeutungsräume werden durch die Gegenüberstellung des Positivs und seiner Umkehrung ins Negativ visuell erfahrbar. Schwere Betonblöcke demonstrieren körperhafte Präsenz im Naturraum. Im Negativ hingegen scheint die Architektur des Bunkers von Innen heraus zu glühen und so seine Stofflichkeit langsam zu schwinden. Licht und Dunkelheit, Anwesenheit und Flüchtigkeit, Materialität und Immaterialität, Innen und Außen: Durch solche Oppositionen lässt Heider die „Einheit einer Differenz, die Welt erzeugt“ (Niklas Luhmann) ahnen. Opaion VII, 82/2006, Laserchrom/Diasec, 180 x 280 cm, 20.000 Euro 2003 widmete die edith wahlandt galerie Heiders „Pantheon“-Werkgruppe eine viel beachtete Ausstellung. Heider konzentriert in diesen Fotoarbeiten seine Aufmerksamkeit auf die einzige Lichtöffnung in der Kuppel des römischen Pantheons, dem Opaion, griech. Rauchloch, auch Auge genannt. Dieses kreisrunde, zentrale Lichtloch transformiert er in eine kosmische Lichterscheinung, die sowohl den Blick gen Himmel lenkt und Entfernung suggeriert als auch auf unser transzendenzfähiges Inneres hinführt. Die Unfassbarkeit des unendlichen Raumes wird auf diese Weise zur Anschauung gebracht. Bucco nero, 2006, lackierte Holzplatte, Neonröhre, Durchmesser 80 cm, 9.000 Euro Als Gegenstück zur Fotoarbeit Opaion 7 entsteht 2006 das Holzobjekt “Bucco nero“. Der Durchmesser entspricht dem des Pantheon-Oculus. Licht überstrahlt von hinten die Ränder der kreisrunden Scheibe im Bestreben, die geometrische Form zu entgrenzen. Assoziationen an das kosmische Ereignis einer Sonnenfinsternis mit Korona stellen sich ein. Wir beobachten eine Umkehrung der Lichtverhältnisse. Hiermit demonstriert Heider das weite Feld der Möglichkeiten von Raumerfahrung als Grenzöffnung, Dimensionserweiterung und Distanzüberwindung. Zeitbogen, 2003, Granit, 50 x 100 cm, 10.000 Euro „Wo kein Weg gezogen hinter uns/sind wir geflogen - der Bogen/ist noch in unserm Geist“: An dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke lässt Heiders „Zeitbogen“ denken. Zwei Quadrate aus schwarzem und marmoriertem Granit treffen aufeinander und werden zum Schauplatz einer Neuschöpfung von Form: Der eingeschriebene Bogen gibt den Flächen Raum, erzeugt ein Innen und Außen, ein Begrenzen und Ausgrenzen. Er steht für Bewegung und Festlegung gleichermaßen. Heider reflektiert in seinem Werk immer das Gegenteil mit. Raum-Zeit, 2006, Neonröhren, 180 x 110 cm, 10.000 Euro Den Raum der Innerlichkeit mit dem Raum der Welt, die beide unermesslich sind, in Einklang zu bringen, dafür stehen in Heiders Formenrepertoire Kreis, Kugel und Bogen als zentrale Metaphern. Zwei Kreissegmente begrenzen links und rechts eine vertikal verlaufende Lichtlinie. Der Fluss der Rundung ist unterbrochen und in zwei verschobene Halbkreise geteilt. Durch die Raumverschiebung von der zweiten in eine imaginäre dritte Dimension baut sich beim Betrachten eine Gedankenspirale auf. Klaus Heider - biographische Daten 1936 geboren in Göppingen, 1957-60 Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenen Künste Stuttgart, 1960-63 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, 1977 Villa Romana Florenz, 1978 Cité des arts Paris, 1982/83 Rompreis Villa Massimo Rom, 1983-2001 Professor an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim, in den letzten Jahren entstanden neben Malerei, Photographie und Lichtobjekten vorwiegend Künstlerbücher, in Verbindung von Texten und Bildern, 2001 der Film KÜNSTLERLEBEN – Szenen und Beobachtungen sowie der Film THEORIE, 2003 erschien in der Edition edith wahlandt galerie das Buch KUNST ÜBER KUNST, Klaus Heider lebt in Bad Boll und Cima(Italien) Einzelausstellungen (Auswahl) 1968 Kunstverein Ulm, 1970 Württembergischer Kunstverein Suttgart, 1971 Böttcherstraße Bremen, 1973 Europa Gallery Melbourne, 1974 Overbeckgesellschaft Lübeck, 1975 Kunsthalle Tübingen, 1977 Kunsthalle Baden-Baden, 1980 Studio f Ulm, 1986 Galerie der Stadt Esslingen Villa Merkel, 1990 Ulmer Museum, 1991 Ernst Museum Budapest, 1994 Kunsthalle Göppingen, 1995 Städtische Galerie am Fischmarkt Erfurt, 2003 edith wahlandt galerie Stuttgart, 2005 Zehntscheuer Rottenburg Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 1966 "Kunstpreis der Jugend" Bochum,Mannheim,Enschede, 1969 "Junger Westen" Recklinghausen, 1970 "Malerei nach Fotografie" Städt. Galerie im Lenbachhaus München, 1971 "Aktiva 71", Haus der Kunst München, "German Art Today", Neue Galerie Aachen, 1976 "Einblicke-Ausblicke", Ruhrfestspiele Recklinghausen, 1977 "I materiali del Linguaggio, artisti tedeschi a Firenze", Palazzo Strozzi Florenz, 1982 "Handzeichnungen der Gegenwart", Staatsgalerie Stuttgart, 1983 "Fotografie + Video", Staatsgalerie Stuttgart, 1985 "German Art 1945-1985", Fine Arts Museum Taipei, 1989 “5 German Artistis”, Neville-Sargent Gallery Chicago, Mincher Willcox Gallery San Francisco, 1996 “Kunst der Gegenwart”, Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe, 1997 "Magie der Zahl", Staatsgalerie Stuttgart, 2004 Fotografie,Staatsgalerie Stuttgart, "Im Bild", Kunsthalle Göppingen, 2005 "Lichtkunst aus Kunstlicht", ZKM Karlsruhe, 2006 "Das Schicksal des Paradieses liegt in seiner Geometrie", KISS Kunst im Schloss Untergröningen |
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
![]() |
|
| Andreas Brandt (geb. 1935) o.T., 1979 Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm 28.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Günter Fruhtrunk (1923-1982) VERT EXENTRIQUE, 1968 Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm 100.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Rupprecht Geiger (1908-2009) E 187, WV 115, 1952 Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm 80.000 Euro |
|
| ansehen | |
![]() |
|
| Kuno Gonschior (1935-2010) Rote Punkte, 1970 Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand 185 x 185 cm, 85.000 Euro |
|
| ansehen | |