Stuttgart, den 22.02.2012
Willkommen im Pressefenster von edith wahlandt galerie

 
 EDITH WAHLANDT GALERIE


   Kontakt: Edith Wahlandt-Mettler
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  MALEREI - VIER POSITIONEN 
  

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Erschienen am: 25.10.2005
 
Rückblick: ein raum für max bill
 
Vom 10. September 2005 bis 22. Oktober 2005 zeigte die edith wahlandt galerie Werke von Max Bill
 
„ein raum für max bill“, unter diesem Titel würdigt Edith Wahlandt vom 10. September bis 22. Oktober in einer kleinen, aber erlesenen Präsentation einen der bedeutendsten Vertreter der konkreten Kunst. Erinnert sei an die Einzelausstellung Max Bills anlässlich der Eröffnung der neuen Galerie 1985 in Stuttgart.

Max Bill (1908-1994) gründete 1937 in Zürich zusammen mit Leo Peter Leuppi die Künstlergruppe „allianz“, aus der sich die „zürcher konkreten“ formierten. Wegweisend für die Verbreitung und Anerkennung der konkreten Kunst war auch die 1944 von Bill organisierte erste internationale Ausstellung „konkrete kunst“ in der Kunsthalle Basel sowie die Gründung der Zeitschrift „abstrakt/konkret“.

Im „raum für max bill“ treffen sich Plastik und Malerei, die in seinem Werk gleichwertig nebeneinander stehen, zum spannungsvollen Dialog. „in der plastik sind es probleme des räumlichen ausdrucks, in der malerei ist es die beziehung von farben und rhythmen auf die fläche, in beiden fällen versuche ich elementare gesetzmäßigkeiten in einem geschlossenen werk zu vereinen“, so Max Bill.

Zur Malerei: Die Bildlogik in seiner vierteiligen Arbeit „rotierende vier-farbige doppelkerne“, je 120 x 60 cm, von 1972 zu ergründen, setzt Konzentration auf die Ordnung der Komplementärfarben voraus. Für die Flächengestaltung grundlegend sind gleichgroße rechtwinklige Dreiecke in Gelb, Rot, Blau und Grün. Die Dreiecke drehen sich, von Bild zu Bild fortschreitend, im Uhrzeigersinn um zwei Achsen, welche an den Spitzen des mittig positionierten Quadrats liegen. Dadurch formiert sich in jedem weiteren Bild ein andersfarbiges Quadrat. Das letzte Bild der vierteiligen Serie verweist sogleich auf den Anfang. Es geht um den Gedanken der Variabilität eines Motivs durch veränderte Farbgebung unter Beibehaltung der Mengengleichheit der Farben und bei unveränderter Grundgestalt. Trotz strenger mathematischer Ordnung und rationaler Systematik ermöglichen seine Bilder dem Betrachter im Moment der Bewegung und Verwandlung der geometrischen Formen elementare Erfahrungen von Schönheit, Harmonie und Freiheit.

Zur Plastik: Einflächenplastiken, Säulenplastiken und Kugelplastiken bilden die Hauptthemen seines bildhauerischen Werkes. Kugelplastiken entstehen verstärkt ab 1960. In seiner Plastik „halbe kugel um zwei achsen“ von 1965/85 trennt Bill durch einen vertikal und einen horizontal verlaufenden Schnitt jeweils ein Viertel aus der schwarzen Granitkugel. Die vollendet harmonische, in sich geschlossene geometrische Form bricht auf und nimmt eine vollständig andere, bisher nicht gekannte Gestalt an. Neue Raumerfahrungen werden durch die Wahrnehmung der gestalteten realen Form und der gleichzeitig gedachten Ergänzung zur elementaren Kugelform möglich. In diesem Sinne bezeichnet Bill das Kunstwerk als „einen gegenstand des geistigen gebrauchs“.

Zwei Filme von Ernst Scheidegger, einem Weggefährten und Freund Max Bills, werden gezeigt: „Max Bill, Maler, Plastiker, Architekt, Erzieher, Politiker“ und „Kontinuität. Granitmonolith von Max Bill“, beide aus den Jahr 1998. Im Film „Kontinuität“ verfolgt Scheidegger den Entstehungsweg der Plastik von ihrer Konzeption bis zur Aufstellung vor der Deutschen Bank AG in Frankfurt/Main (H.L.).

biographische Daten:

1908 geboren am 22. Dezember in Winterthur
1927-28 Studium am Bauhaus, Dessau
1929 Übersiedlung nach Zürich
1937 Beitritt zur "allianz", Vereinigung moderner
Schweizer Künstler
1951 Grand Prix für Plastik der Biennale in Sao Paulo
1951-56 Mitbegründer und Erbauer der Hochschule für
Gestaltung in Ulm, ab 1952 Rektor und Leiter der
Abteilung Architektur und Produktform
1967-74 Professur an der Staaatlichen Hochschule für
bildende Künste, Hamburg
1968 Kunstpreis der Stadt Zürich
1979 Kulturpreis der Stadt Winterthur,
Grosses Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Dr.Ing.h.c. der Universität Stuttgart
1982 Kaiserring der Stadt Goslar
1985 Vorsitzender des "bauhaus archiv e.v., berlin"
1989 Piepenbrock-Preis für Plastik, Osnabrück
1993 Praemium Imperiale, Japan
1994 Dr.sc.tech.h.c. der Eidgenössischen Technischen
Hochschule, Zürich
gestorben am 9. Dezember in Berlin


Einzelausstellungen und Beteiligungen an Ausstellungen in Museen und Privatgalerien in der ganzen Welt.

Werke von Bill sind vertreten in bedeutenden nationalen und internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Alle Abbildungen © VG Bild-Kunst, Bonn 2005


Max Bill
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
„halbe kugel um zwei achsen“, 1965/85
schwarzer, schwedischer Granit
Durchmesser 32 cm
Preis: 50.000.- €
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
rotierende vier-farbige doppelkerne I-IV, 1972
je 120 x 60 cm
Preis: 190.000.- €
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
rotierende vier-farbige doppelkerne I, 1972
120 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
rotierende vier-farbige doppelkerne II, 1972
120 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
rotierende vier-farbige doppelkerne III, 1972
120 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
rotierende vier-farbige doppelkerne IV, 1972
120 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
Max Bill
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
 
  Andreas Brandt (geb. 1935)
o.T., 1979
Öl auf Leinwand, 115 x 190 cm
28.000 Euro
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  Günter Fruhtrunk (1923-1982)
VERT EXENTRIQUE, 1968
Acryl auf Leinwand, 190 x 180 cm
100.000 Euro
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  Rupprecht Geiger (1908-2009)
E 187, WV 115, 1952
Eitempera auf Holz, 83 x 100 cm
80.000 Euro
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  Kuno Gonschior (1935-2010)
Rote Punkte, 1970
Acryl und Leuchtfarbe auf Leinwand
185 x 185 cm, 85.000 Euro
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